15. Sonntag im Jahreskreis - 12. Juli 2020

Foto: Pixabay
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Welche „Ressourcen-Verschwendung“! Na, ja eigentlich geht es hier gar nicht um Saatgut, sondern die Saat ist das Wort von Gottes Reich. Davon scheint ja dann nicht viel von anzukommen bei den Menschen. Pure Energie-Verschwendung, dort zu verkünden, wo das Wort nicht gehört wird, also zu säen, wo es gar nicht oder nicht richtig wachsen kann. An dieser Stelle könnte ich eine Litanei runterrasseln, wo überall in meinem Arbeitsbereich nichts oder wenig ankommt von der Frohen Botschaft, obwohl ich mir doch so viel Mühe gebe. Und je länger ich im pastoralen Dienst bin (seit nunmehr 27 Jahren) desto klarer wird mir, dass ich gar nicht beurteilen kann, wo das Wort auf fruchtbaren Boden fällt und wo vielleicht auch nicht. Ich kann nur „aussäen“ und selbst darin bin ich ziemlich beschränkt. Was daraus wird, entscheidet jemand anderes. Manchmal kann es auch Jahre brauchen, ehe ein zartes Pflänzchen des Glaubens wächst, oder sogar Jahrzehnte. Das erlebe ich immer wieder. 

Wenn ich das „Saatgut“, kurzum die christliche Botschaft mit fünf Wörtern zusammenfassen sollte, würde ich sagen: Liebe, Liebe und nochmals Liebe oder Liebe dort, wo keiner liebt. 

Viele Christen haben im Laufe der Jahrhunderte aus Liebe vieles oder sogar alles geopfert: Ihren Lebensstandard (so, wie Elisabeth von Thüringen), ihre Sicherheit (so, wie Mutter Theresa), ihre Familie (so, wie Nikolaus von der Flue) und sogar auch ihr Leben (so, wie Maximilian Kolbe). Doch was ist diese Liebe eigentlich für eine Kraft? Albert Einstein wird genau hierzu ein Text zugeschrieben, den er angeblich an seine Tochter Lieserl geschrieben hat, über die Kraft der Liebe:

 

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Es gibt eine extrem starke Kraft, für die die Wissenschaft bisher noch keine formelle Erklärung gefunden hat. Es ist eine Kraft, die alle anderen beinhaltet und regelt, und die sogar hinter jedem Phänomen ist, das im Universum tätig ist und noch nicht von uns identifiziert wurde. Diese universelle Kraft ist LIEBE. Wenn die Wissenschaftler nach einer einheitlichen Theorie des Universums suchten, vergaßen sie diese unsichtbare und mächtigste aller Kräfte. Liebe ist Licht, da sie denjenigen, der sie gibt und empfängt, beleuchtet. Liebe ist Schwerkraft, weil sie einige Leute dazu bringt, sich zu anderen hingezogen zu fühlen. Liebe ist Macht, weil sie das Beste, was wir haben, vermehrt und nicht zulässt, dass die Menschheit durch ihren blinden Egoismus ausgelöscht wird. Liebe zeigt und offenbart. Durch die Liebe lebt und stirbt man. Liebe ist Gott, und Gott ist die Liebe. Diese Kraft erklärt alles und gibt dem Leben einen Sinn in Großbuchstaben. Dies ist die Variable, die wir zu lange ignoriert haben, vielleicht, weil wir vor der Liebe Angst haben, weil es die einzige Macht im Universum ist, die der Mensch nicht gelernt hat, nach seinem Willen zu steuern…

Wenn wir lernen, liebe Lieserl, diese universelle Energie zu geben und zu empfangen, werden wir herausfinden, dass die Liebe alles überwindet, über alles transzendiert und alles kann, denn die Liebe ist die Quintessenz des Lebens.

 

 

Mit dieser Liebe in uns, sind wir selbst gleichzeitig die Saat und die Frucht.

So wünsche ich uns allen eine liebevolle, schöne, fruchtbare und fröhliche Woche

 

Martina Dautzenberg, Gemeindereferentin

 

 

Den Segen Gottes erbitten wir nun für alles, 

was klein, verzagt, unterdrückt in mir ruht und noch Zeit zum Wachsen braucht.
Den Segen Gottes erbitten wir auch für alles Kleine und Schutzlose in der Schöpfung, 

dem wir unsere Achtsamkeit schenken wollen,
weil sich daraus Gottes Segen entfalten kann.
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Damit du Heil und Segen in die Welt bringen kannst
und in dir Gott ein Gesicht in der Welt bekommt.


(vgl. ACK, Anregungen für Andachten zur Schöpfungszeit 2012)